Samstag, 19. Januar 2013


Wie alles begann....

Ende der 80er Jahre suchte ich nach einem Strickmuster, um für meine eben geborene Tochter ein Jäckchen zu stricken. Dabei stieß ich auf ein Handarbeitsheft, in dem sich unter vielem anderen eine Anleitung für den Bau und die Einrichtung eines Puppenhauses fand.
Der „Minivirus“ hatte mich erwischt.  Dieses erste Haus – mein Landhaus – war im Mai 1993 fertig gestellt.



Zunächst war ich ganz auf die Sammlung von fertigen Puppenhausmöbeln und Zubehör aller Art eingestellt, ich forschte auf Flohmärkten und in Geschäften, später natürlich auch im Internet.
Ich war immer der Ansicht mit meiner Leidenschaft für die „Welt im Kleinen“ ziemlich allein zu sein, bis ich eines Tages eine holländische Zeitschrift über Puppenhäuser und Miniaturen fand und feststellte, dass es eine relativ große, weltweit verteilte Miniaturengemeinde gibt.

Ich werkelte mich jahrelang durch den Bau eines Puppenhauses, dessen Einzelteile ich aus einer Sammelzeitschrift entnahm. Danach begann ich mit dem Bau eines großen, selbst entworfenen Puppenhauses im Stil der Gründerzeit und des Jugendstils, das ich auch vollständig mit selbst angefertigten und gesammelten Möbeln und Zubehör einrichtete.



Im September 2001 erschien die Erstausgabe einer deutschen Zeitschrift „1zu12“ (Der Name ergibt sich aus dem gängigen Maßstab für das Bauen von Puppenhausminiaturen), die ich natürlich sofort abonnierte. Dort fand ich die Adresse eines in Berlin tätigen Freundeskreises, mit dem ich Kontakt aufnahm. Ich wurde sehr freundlich aufgenommen und entdeckte eine neue Welt.

Inzwischen sind viele Jahre vergangen, ich bin vom Sammeln und Kaufen in Wesentlichen zum Selbermachen übergegangen. Der Besuch zahlreicher Workshops zum Thema, jährliches Einkaufen von Material aller Art und sonstigen schönen Dingen auf einschlägigen Messen in Berlin, Soest und im letzten Jahr sogar in Chicago, gehören ebenso zu diesem Hobby wie die monatlichen Treffen mit einem Kreis lieber Freundinnen, die alle an derselben „Infektion“ – nun ja, eben nicht leiden, sondern dieser vielmehr begeistert erliegen.

Jede von uns hat unterschiedliche Schwerpunkte für die jeweiligen Miniaturarbeiten,  da gibt es eine Expertin für Minibücher (alle selbstverständlich lesbar!), eine für Miniaturschmuck und Näharbeiten (die Puppen sind da sehr anspruchsvoll), eine für die Herstellung von Blumen  und Strickarbeiten im Miniformat und eine, die bevorzugt saisonale und altmodische Miniaturen in sehr feiner Ausführung herstellt. Wir lernen aber auch voneinander oder probieren gemeinsam neue Dinge aus. Oder wir tauschen fertig gestellte Miniaturen untereinander, je nachdem, wer was braucht und gut kann.

Vor allem die Vielseitigkeit dieses Hobbys hat es mir angetan: Neben der Erweiterung des Wissens über Geschichte, Architektur, Malerei, Mode, historische Epochen, Erdkunde, Floristik und Lebensmittelkunde habe ich in den vergangenen Jahren sehr viel über die unterschiedlichsten Bastel- und Handarbeitstechniken und Materialien gelernt.  

Meine Leidenschaft ist übrigens die Miniaturstickerei:




1 Kommentar:

  1. Wundervolle Kissen! Ich kenne sie ja in natura. Schade, daß man nicht sieht, wie winzig sie sind.
    Viel Spaß mit Deinem blog
    Andrea

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